„Andreas Scheuer hat christlichen Wertekompass verloren“

„Andreas Scheuer hat christlichen Wertekompass verloren“

Der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat sich jüngst über Schwierigkeiten bei der Abschiebung von Flüchtlingen geäußert. Dabei sagte er im Regensburger Presseclub: „Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist – weil den wirst Du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling.“

Der Vorsitzende des Dekanatsrates im Dekanat Bayreuth, Patrick Lindthaler, erklärt hierzu wörtlich: „Solche Aussagen zur Flüchtlingspolitik machen mir Sorgen. Wo bleibt bei solchen ‚Stammtisch-Parolen‘ noch das Christliche, wenn Generalsekretär Andreas Scheuer im Hinblick auf die Abschiebung von Flüchtlingen davon spricht, dass das Schlimmste ein fußballspielender, ministrierender Senegalese sei?

Auch wenn Generalsekretär Andreas Scheuer jetzt einen Gang zurückschaltet und seine Aussagen versucht zu relativieren, zeigen diese deutlich, welch beleidigendes Denken dahintersteckt! Wer solche Aussagen tätigt hat nach meiner Auffassung seinen christlichen Wertekompass verloren oder bewusst aufgegeben.

Andreas Scheuer fordert auf der einen Seite Integration und beschimpft kurz darauf die, die sich in Fußballvereinen und Kirchen engagieren und sich integrieren wollen. Ich jedenfalls freue mich über jeden Jugendlichen, der als Ministrant oder Ministrantin in unseren Gemeinden integriert wird, egal aus welchem Land er oder sie kommt, denn wir sind alle Kinder Gottes und Gott unterscheidet nicht zwischen Herkunft und Hautfarbe.

Gleichzeitig ist die Aussage von Andreas Scheuer ein Schlag ins Gesicht vieler Christen, egal welcher Konfession, die sich in der Region Bayreuth – meist ehrenamtlich – in der Flüchtlingsarbeit engagieren, unterstellt Scheuer doch gleich, dass deren Arbeit eine Abschiebung verhindert. Selbstverständlich braucht es in der Flüchtlingsarbeit Richtlinien für diese Arbeit. Dazu gehört auch, dass jeder, dessen Asylantrag nicht genehmigt wird, unser Land wieder verlassen muss. Jedoch gebietet uns unser christliches Menschenbild, dass wir allen Menschen – und gerade auch Flüchtlingen – mit Respekt begegnen.

Alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft müssen wieder zu einer Sprache zurückzufinden, die sich an den Problemen orientiert und nicht mit ‚Stammtisch-Parolen‘ weiter Gräben und Distanz aufbaut.“

 

 

Hintergrund:
Der Dekanatsrat ist das höchste Laiengremium im Dekanat Bayreuth. Es setzt sich aus Vertretern aller Gemeinden im Dekanat Bayreuth, Vertreter der kirchlichen Verbände (wie z. B. Caritas, Malteser, BDKJ) und je einem Vertreter aller kirchlichen Berufe zusammen. Im Dekanat Bayreuth umfasst der Dekanatsrat zurzeit 36 Mitglieder. Patrick Lindthaler ist seit September 2014 Vorsitzender des Rates. Gemeinsam mit Dr. Andrea Dobrowolski vertritt Lindthaler das Dekanat Bayreuth im Diözesanrat, dem höchsten Laiengremium des Erzbistum Bamberg.

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