Unsägliches Gequatsche diffamiert 200.000 Ehrenamtliche / AfD schadet dem Christentum

Unsägliches Gequatsche diffamiert 200.000 Ehrenamtliche / AfD schadet dem Christentum

Der bayerische Landesvorsitzende der AfD hat sich in seinen letzten Äußerungen mit markigen Entgleisungen gegenüber den Kirchen in Deutschland geäußert. Er warf den Kirchen vor „unter dem Deckmantel der Nächstenliebe“ ein Milliardengeschäft mit der Flüchlingskrise zu machen. Gleichzeitig warf Bystron der katholischen Kirche vor, die AfD vom Kirchentag in Leipzig ausgeschlossen zu haben.

Der Vorsitzende des Dekanatsrates im Dekanat Bayreuth, Patrick Lindthaler, erklärt hierzu wörtlich: „Das unreflektierte Gerede von Herrn Bystron, ist ein mit keiner einzigen Tatsache belegtes Gequatsche, das wenig von einer sachlichen Diskussion zeugt. Wer so entgleist, schlägt rund 200.000 ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe der Kirchen Tätigen ins Gesicht. Allein die katholische Kirche und ihre Hilfswerke haben im Vorjahr 112 Millionen Euro an Sondermitteln für Flüchtlinge im In- und Ausland ausgaben – rund 40 Millionen Euro mehr als 2014. Zudem stellen Gemeinden tausende Unterkünfte sowie Räume für Freizeit- und Beratungsangebote bereit. Eine Entschuldigung gegenüber diesen Engagierten wäre mehr als angebracht. Ich danke den vielen Ehrenamtlichen die tagtäglich ihre Freizeit einsetzen, den Herausforderungen unserer Tage nicht mit Hetze, Angst und Resignation zu begegnen, sondern mit wacher Zuversicht und tatkräftigem Engagement.

Auch die Kritik, die Kirche hätte die AfD vom Kirchentag ausgeschlossen, kann ich nicht nachvollziehen. Die Entscheidung war nach meiner Auffassung vollkommen richtig. Die AfD steht mit ihrer Haltung zum Islam nicht für christliche Werte: Wer fordert, eine Religion komplett auszugrenzen, stellt die Existenz von anderen Religionen und auch die christlichen Grundlagen unseres Landes völlig in Frage. Die AfD legt die Axt an die Wurzel einer religionsfreundlichen Ordnung in unserem Land. So lehnt die AfD etwa das Tragen des Kopftuches aus religiösen Gründen ab. Die gleiche Ansicht könnte man auch bei einem Ordensgewand vorbringen. Wer zudem den islamischen Religionsunterricht ablehne, entziehe auch dem christlichen seine Legitimationsbasis. Auch die Haltung der AfD gegenüber Flüchtlingen ist fernab jeglicher christlichen Werte. Wieso sollte also eine solche Gruppierung oder Vertreter einer solchen Gruppierung am Katholikentag teilnehmen?“

Informationen über die Flüchtlingshilfe der Katholischen Kirche finden Sie unter http://www.dbk.de/fluechtlingshilfe/home/.

 

Hintergrund:

Der Dekanatsrat ist das höchste Laiengremium im Dekanat Bayreuth. Es setzt sich aus Vertretern aller Gemeinden im Dekanat Bayreuth, Vertreter der kirchlichen Verbände (wie z. B. Caritas, Malteser, BDKJ), und je einem Vertreter aller kirchlichen Berufe zusammen. Im Dekanat Bayreuth umfasst der Dekanatsrat zurzeit 36 Mitglieder. Patrick Lindthaler ist seit September 2014 Vorsitzender des Rates. Gemeinsam mit Dr. Andrea Dobrowolski vertritt Lindthaler das Dekanat Bayreuth im Diözesanrat, dem höchsten Laiengremium des Erzbistum Bamberg.

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