Eindrucksvolle Führung durch den Bayreuther Justizpalast

Eindrucksvolle Führung durch den Bayreuther Justizpalast

Der Präsident des Landgerichtes Bayreuth, Prof. Dr. Jörn Bernreuther, führte eine Besuchergruppe des CSU-Ortsverbandes Bayreuth-Nord durch den über mehrere Jahre renovierten Justizpalast in Bayreuth. Prof. Bernreuther wusste bei seinem Rundgang durch die verschiedenen Gerichtssäle aktuelle Verfahren, Höhepunkte der Justiz in Bayreuth sowie die vielfältige Geschichte des Bayreuther Justizpalastes gekonnt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern näher zu bringen.

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Der Justizpalast wurde am 15. Dezember 1904 eingeweiht und als „Zentraljustizgebäude“ genutzt. Er wurde ab 1901 im historisierenden Jugendstil mit barocken Elementen errichtet, die Außenfassade wurde am 12. Dezember 1984 in das Verzeichnis der geschützten Kulturgüter der Haager Konvention aufgenommen. Der Schwurgerichtssaal im zweiten Stock ist mit Textilverspannungen und Holzvertäfelungen verziert, die Decke ist mit einem Glasmosaikfeld und Stuck versehen. Das Treppengeländer des Haupttreppenhauses besteht aus Marmor.

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In seiner wechselvollen Geschichte beherbergte der Justizpalast mehrere Gerichte. Bis 1924 stand vor allem die Tätigkeit des Oberfränkischen Schwurgerichtshofs, der vierteljährlich im Saal 115 tagte, im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Im Herbst 1944 tagte der Volksgerichtshof mehrfach im Saal 100 des Justizpalasts der damaligen „Gauhauptstadt“ Bayreuth des Gaus Bayerische Ostmark. Am 5. Februar 1945 ordnete Hitler an, die für Hoch- und Landesverrat zuständigen Senate von Berlin nach Bayreuth auszulagern. 221 politische Häftlinge trafen daher am 17. Februar im örtlichen Zuchthaus ein, die sich überschlagenden Kriegsereignisse verhinderten jedoch die Realisierung dieses Vorhabens. Am 8. April wurde der Justizpalast von mehreren Brandbomben getroffen, die aber rechtzeitig gelöscht werden konnten.

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Am 14. April 1945 nahmen die US-Truppen die Stadt ein, bis zum 11. Juni 1947 diente ihnen der Justizpalast als Hauptquartier. Am 1. Juli 1946 durfte die Justiz zunächst einen Teil des Gebäudes im zweiten Obergeschoss wieder beziehen. Von Juni 1947 bis Februar 1949 wurden im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren die Spruchkammern I bis III untergebracht. Am 13. Juli 1948 wurde wegen Raubmords das letzte Todesurteil in Bayreuth ausgesprochen, aber nicht mehr vollstreckt.

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1950 kehrten im Justizpalast „wieder normale Geschäftsverhältnisse“ ein. Wegen Raummangels wurden in jüngerer Zeit Geschäftsbereiche auf drei weitere Gebäude in der nahen Umgebung ausgelagert.

Im Jahr 2015 arbeiteten an den verschiedenen Gerichten im Gebäude mehr als 130 Personen, davon waren 23 Richter. 2014 wurden bei der Eingangskontrolle nahezu 1200 Gegenstände konfisziert, darunter 708 Messer und eine Schusswaffe.

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Der CSU-Ortsvorsitzende Patrick Lindthaler machte am Ende der Führung deutlich: „Eindrucksvoll, welch wechselhafte Geschichte der Bayreuther Justizpalast durchlebte. Ich danke Prof. Dr. Bernreuther für die hervorragende Führung durch ‚seinen‘ Justizpalast und für sein Engagement, das uns einen weiteren baulichen Edelstein in unserer Stadt näher gebracht hat.“

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